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Weihnachten, wie es euch gefällt!

Von der Tradition zur Vielfalt – das Fest der Liebe hat viele Facetten

Text: Sigrid Römer-Eisele

Für viele ist das Fest der Liebe mit Stress und zu hohen Erwartungen verbunden. Dabei müsste das gar nicht sein, meint Gregor von Kursell aus Walleshausen. Der 60-jährige Autor hat Ende 2024 das Buch „Ein Fest mit vielen Gesichtern. Weihnachten ist, was wir draus machen“ veröffentlicht – eine Mischung aus Kulturgeschichte und persönlicher Reflexion, die so manchen Weihnachtsmythos entlarvt und zu mehr Gelassenheit rund um das Fest rät.

Gregor von Kursell
Ein Fest mit vielen Gesichtern
Weihnachten ist, was wir draus machen


Die perfekte Lektüre für die Winter- und Weihnachtszeit, historisch fundiert und amüsant geschrieben.
Verlag: Frankfurter Allgemeine Buch
ISBN: 978-3-96251-199-9
304 Seiten, 24 €

Für das jezza! Magazin hat Gregor von Kursell viele interessante Fun-Facts über Weihnachten zusammengestellt. Hier ein paar davon – im Heft gibts noch mehr.

Jauchzet, frohlocket!
Bachs Weihnachtsoratorium gehört zur Weihnachtszeit. Heute gilt Bach als einer der größten Komponisten. Das war nicht immer so. Nach seinem Tod geriet er in Vergessenheit und wurde erst durch Felix Mendelssohn Bartholdy wieder einem großen Publikum zugänglich gemacht. Das Weihnachtsoratorium, das 1734/35 zum ersten Mal erklang, wurde erst am 17. Dezember 1857 wieder aufgeführt. Viele Teile des Werks hatte Bach schon früher für andere Kompositionen verwendet. „Jauchzet, frohlocket“, der berühmte Eingangschor, war ursprünglich ein Geburtstagsgruß für Maria Josepha, Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen.

Orakeln mit Barbara
In der Advents- und Weihnachtszeit gab es Lostage, also Tage, an denen die Menschen versuchten, in die Zukunft zu sehen. Reste davon haben sich in unserem Silvesterbrauchtum erhalten. Wichtige Lostage waren die Andreasnacht (30. November), der Barbaratag (4. Dezember), die Thomasnacht (21. Dezember), Heiligabend, Silvester und Dreikönig. Beim Orakeln ging es um das Wetter, die Ernte, Heirat, Gesundheit und Tod. Unverheiratete Frauen nutzten Barbarazweige, um den zukünftigen Ehemann zu ermitteln. An jedem Zweig hing der Name eines Kandidaten. Der Zweig, der zuerst blühte, enthüllte den Auserwählten.

Vom Außenseiter zum Helden
Rentierfiguren sind an Weihnachten allgegenwärtig, und die Chance ist groß, dass eines davon eine rote Nase hat. Clement Clarke Moore, der 1823 den amerikanischen Santa-Claus-Mythos schuf, erfand auch gleich acht Rentiere dazu, die den Schlitten durch die Luft ziehen. Rudolph mit der roten Nase, kam aber erst 1939 hinzu. Der Werbetexter Robert L. May dachte sich für Kinder die Geschichte des Außenseiters aus, der wegen seiner leuchtenden Nase verspottet wird. May verarbeitete darin eigene Erfahrungen, denn auch er wurde als Kind gehänselt. Rudolph in der Musik: Der „singende Cowboy“ Gene Autry landete 1948 einen Hit mit dem bekannten Song über Rudolph.