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Erdbeere – die Königin der Früchte

Süße Früchtchen mal ganz anders: Herzhafte Sommerrezepte mit Erdbeeren

Text: Sandra Böhm
Fotos: Sandra Böhm und David J. Boozer

Jedes Jahr ist die Freude groß, wenn es endlich wieder heimische Erdbeeren gibt. Gemeinhin werden die wunderschönen, herzförmigen Beeren zum Obst gezählt. Kurioserweise ist der rote Anteil der Beere gar nicht die eigentliche Frucht der Pflanze, sondern dient primär zum Anlocken von Tieren. Diese fressen die Erdbeere und scheiden die auf der Beere befindlichen Samen (die eigentliche Frucht) schließlich wieder aus und verteilen sie so. Darum zählt die Erdbeere zu den sogenannten Scheinfrüchten bzw. den Sammelnussfrüchten. Gegessen wurden Erdbeeren nachweislich schon in der Steinzeit, allerdings in Form der wesentlich kleineren Walderdbeere. Die Erdbeere, wie wir sie heute kennen, ist ein Mix aus zwei importierten Sorten – nämlich aus der Chile-Erdbeere und der Scharlacherdbeere. Es wird vermutet, dass beide Arten im 18. Jahrhundert nach Europa kamen und eher zufällig gekreuzt wurden.

Erdbeeren sind nicht nur unglaublich lecker, sie sind auch noch äußerst gesund. Die roten Früchte stecken nämlich voller Vitamine, Mineralien, Phytonährstoffen und Antioxidantien. Im Mittelalter wurde die Erdbeere sogar als Heilpflanze eingesetzt. Erdbeeren enthalten beispielsweise mehr Vitamin C als Orangen, und man kann mit 100 Gramm beinahe den gesamten Tagesbedarf eines Erwachsenen decken. Zudem enthält die hübsche Frucht viele B-Vitamine, Kalium, Eisen, Mangan, Jod und auch Folat, welches der Körper nicht selber herstellen kann, aber täglich benötigt. Durch ihre Ballaststoffe sind Erdbeeren eine Wohltat für den Darm, denn sie sorgen für die Vermehrung guter Darmbakterien und reduzieren gleichzeitig die schädlichen. Selbst die Blätter der Pflanze tun dem Darm gut – ein frisch aufgebrühter Tee aus Erdbeerblättern kann bei Magen-Darm-Problemen helfen. Die in den Erdbeeren enthaltenen Antioxidantien bekämpfen Entzündungen im Körper, und man sagt ihnen eine krebshemmende Wirkung nach, da sie vor Schäden durch freie Radikale schützen. Einige Studien lassen auch darauf schließen, dass Erdbeeren einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System haben und sich günstig auf die Blutfettwerte auswirken. Außerdem regulieren Erdbeeren jene Hormone, die für das Hungergefühl verantwortlich sind und verhindern Heißhungerattacken – durch den sehr langsamen Abbau des fruchteigenen Zuckers. Dabei hat die süße Beere auch noch so wenig Kalorien, dass man beherzt und ohne schlechtes Gewissen zugreifen darf. Da sie wenig Fruchtzucker enthalten, sind Erdbeeren meist sogar auch für Fructose-Intolerante gut bekömmlich. Natürlich schmecken Erdbeeren auch ohne jegliche Beigabe ganz köstlich, aber man kann auch sehr viel Schönes daraus machen. Meist bringen wir Erdbeeren mit Süßspeisen in Verbindung, sie können aber genauso gut für herzhafte Speisen verwendet werden, wie die beiden folgenden Rezepte zeigen.

Erdbeer-Avocado-Salat für 2 Personen

100 ml Aceto Balsamico ● 150 g Erdbeeren ● 1 reife Avocado ● 1 Büffelmozzarella ● 3 Stiele Basilikum ● Salz & Pfeffer ● 3 El Öl

Aceto Balsamico aufkochen und ca. 5 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln und anschließend abkühlen lassen.

Die Erdbeeren putzen und in Scheiben schneiden. Avocado halbieren und den Kern entfernen.

Das Fruchtfleisch in dünne Scheiben schneiden. Büffelmozzarella etwas trockentupfen und ebenfalls in Scheiben schneiden.

Alles auf eine Platte geben, mit Salz und Pfeffer würzen, mit Balsamico und Öl beträufeln und mit Basilikum garnieren.

Linsen-Pasta mit Beeren ( 2 Personen)

80 g rote Linsen ● 1 Bund Rucola ● 150 g Vollkorn-Penne ● 125 g Heidelbeeren ● 125 g Johannis- oder Himbeeren ● 250 g Erdbeeren ● Salz & Pfeffer ● 5 El Olivenöl ● 3 El Zucker (oder eine andere Süße, z. B. Ahornsirup) ● 5 El weißen Aceto balsamico ● ½ El Senf ● 4 Stiele Basilikum

Rucola waschen und trocknen. Penne in Salzwasser bissfest kochen, danach gut abtropfen lassen. Alle Beeren verlesen, Erdbeeren putzen und die Hälfte davon halbieren. Alle Beeren, Rucola und Linsen in eine Schüssel geben und mit Salz und Pfeffer würzen.

Zuerst die Linsen nach Packungsanweisung bissfest garen. Anschließend gut abtropfen lassen.

Die restlichen Erdbeeren in Scheiben schneiden. 3 El Öl in einer Pfanne erhitzen, Erdbeerscheiben und Zucker zugeben und kurz andünsten. Mit Balsamico ablöschen. Mit Salz, Pfeffer und Senf würzen, kurz aufkochen und für ca. 2 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Restliches Öl untermischen und anschließend unter die Linsenmischung heben, gegebenenfalls abschmecken und dann zu den Nudeln geben. Mit Basilikum garnieren.

Guten Appetit!

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