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STOA169 bei Polling

Die Künstlersäulenhalle mitten in der Natur

Text: Renate Greil
Fotos: Sigrid Römer-Eisele

„Die Säulenhalle zeigt sich jetzt in ihrem ganzen Ausmaß und in gelassener Schönheit“, sagte Initiator Bernd Zimmer bei der Fertigstellung der STOA 169 im August vor einem Jahr. Das Bauwerk inmitten von Wiesen ist ein Publikumsmagnet geworden, inzwischen erwartet man bald den 169.000sten Besucher. In Polling liegt im Zentrum des Dorfes das Kloster Heilig Kreuz, die ehrwürdige Stiftskirche St. Salvator sowie der als Konzertsaal bekannte Bibliotheksaal des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstiftes Polling.

Zwischen der Ammer und dem Kloster- und Künstlerdorf liegt die 3,5 Hektar große Fläche, die zur Säulenhalle gehört und die landwirtschaftlich bewirtschaftet wird. Geplant waren zunächst dreizehn mal dreizehn also 169 Säulen. Aber das Vorhaben wurde verkleinert, und nun stehen in der Säulenhalle elf mal elf also 121 Säulen auf einer Grundfläche von 1600 Quadratmetern. Vor zwei Jahren wurde die STOA 169 im ersten Bauabschnitt mit 81 Säulen eingeweiht, inzwischen sind alle Säulenplätze vergeben. Einhundertfünfzig internationale Künstlerinnen und Künstler aus Konzeptkunst, Malerei, Fotografie, Bildhauerei oder auch Handwerkskunst haben je eine einzigartige Säule mit vier Metern Höhe und maximal 91 cm Breite gestaltet. So sind ganz unterschiedliche Werke entstanden, und jede Säule erzählt für sich genommen eine eigene Geschichte – zusammen tragen die Säulen ein gemeinsames Dach. Einmal eingebaut, bleiben die Kunstwerke stehen und werden nicht getauscht oder entfernt. Jeden Samstag und Sonntag werden jeweils um elf Uhr offene Führungen angeboten, die zehn Euro pro Person kosten. Die Stoa 169 ist bei freiem Eintritt ganztägig geöffnet, Spenden werden erbeten.

Tipp: Vom 3. bis 5. August installiert die Schule für Bildende Kunst, Architektur und Design aus Tiflis, Georgien, die dritte Säule in der Akademie Reihe. In der „Akademie Diagonalen“ stehen im Moment zwei von zehn Säulen. Diese Plätze sind Hochschulen der bildenden Kunst vorbehalten. Jährlich wird eine weitere Akademiesäule aufgestellt, bis 2029 – dann ist die Kunst komplett.

Bernd Zimmer betont das Gemeinsame der Kulturen, feiert dabei die Verschiedenheit des Gleichen und dessen unterschiedliche Ausformung. Die Vision, Kunstwerke aus aller Welt unter einem Dach zu vereinen, entwickelte der renommierte und vielfach ausgezeichnete Maler, der seit 1984 in Polling wohnt, bereits vor etwa 30 Jahren im Rahmen einer Reise zu den Heiligtümern der Hindu-Religion Südindiens. 2016 wurde die Stiftung STOA 169 gegründet, und treuhänderisch von der Bernd Zimmer Kunststiftung verwaltet. Nach fünfjähriger Planungs- und zweijähriger Bauzeit wurde die Wandelhalle nach antikem Vorbild 2021 fertig gestellt. Der Charme der Säulenhalle inmitten der Natur beinhaltet, dass es vor Ort keine Verkaufsstände und keine Parkplätze gibt und das letzte Stück vom Ort aus zu Fuß zurückgelegt werden muss. Ab Hauptparkplatz am Ortsausgang (Ende Bahnhofstraße in Polling) führt der Weg dorthin, der auch ein offizieller Radweg ist und Zubringer zum Jakobsweg.


Infos: www.stoa169.com/de oder STOA169 App im AppStore und bei Google Play

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