Menü Schließen

Wer hilft, macht den Unterschied

Text: Sigrid Römer-Eisele und Dagmar Kübler

Ob Fahrdienste, Besuchsdienste, Haushaltshilfe oder Tierschutz – es gibt Menschen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren und damit einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Oft geschieht all das im Verborgenen. Dabei ist es schön zu sehen, wie viel Gutes und Großes sich damit bewirken lässt – und wie viel Freude dabei auf beiden Seiten entsteht:

Uschi Plachetka (57), Geltendorf

Uschi Plachetka, die in Geltendorf einen Stall mit Pferden, Eseln, Schafen, Ziegen und Hühnern hat, wurde von der Leiterin des Kreisseniorenheimes Theresienbad in Greifenberg gefragt, ob sie Freude daran hätte, die Bewohner mit ihren Eseln zu besuchen. Dreimal war sie mit ihrer 24-jährigen Eseldame Dudith inzwischen im Seniorenheim. Dudith hat einen ruhigen Charakter und scheut sich nicht vor ungewohntem Terrain. Sogar mit dem Warenaufzug ist sie schon gefahren, um die Bewohner zu besuchen, die nicht in die Gemeinschaftsräume kommen können.

Mit ihren langen Ohren und dem wunderschönen Blütenkranz geschmückt, wird Dudith zu einem richtigen Tür- und Herzöffner für die Bewohner – sie verlieren ihre Scheu vor dem großen Tier. Dudith ist ganz vorsichtig und nimmt gerne mit sanften Lippen die aus manchmal tremorgeschüttelten Händen hingereichten Karotten-, Apfel- oder Brotstückchen.

Die Atmosphäre eines solchen Besuchs ist für alle richtig schön: die Bewohner (apathische Bewohner zeigen bei Dudiths Besuch wieder eine Regung) und auch die Mitarbeiter der Einrichtung. Auch Eselin Dudith genießt den Ausflug: Da sie normalerweise eher im Schatten ihrer lebendigen Eseltochter Dolly steht, findet sie diese „Rundum-Bewunderung schon sehr schön“, so Uschi. „Und ich genieße es, meine Freude am Esel zu teilen „und mit einer relativ kleinen Aktion viel Positives zu bewirken“, ergänzt sie.

Ein Besuch von Uschi Plachetka mit Eseldame Dudith im Seniorenheim sorgt stets für leuchtende Augen.
Foto: www.julianleitenstorfer.de

Melanie Metz (53) und Christiane Schütz (47), Schwabhausen

Seit vielen Jahren nehmen Melanie Metz und Christiane Schütz aus Schwabhausen untergewichtige, kranke oder verletzte Igel auf und pflegen sie, bis sie vollständig gesund sind. Ihre Motivation, viele Stunden rund ums Jahr und viel Geld für Futter, Medikamente und Tierarztkosten zu investieren, beschreibt das Paar so: „Wir wollen jedem einzelnen Igel helfen, gesund zu werden – aber auch dazu beitragen, die insgesamt bedrohte Tierart zu erhalten. Wir sehen es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dem ältesten Säugetier der Erde eine Zukunft zu ermöglichen.“

Über viele Jahrhunderte hat sich der Igel an die menschengemachte Umwelt angepasst, kann in den letzten Jahrzehnten aber nicht mehr Schritt halten. Die Veränderung seines Lebensraums schreitet zu schnell voran – der Igel braucht zunehmend Hilfe.

Die größte Belohnung ist es für die beiden Frauen, einem gesund gepflegten Igel die Freiheit zurückzugeben und zu hören, wie er sich raschelnd ins Unterholz davonmacht. Oft bleibt er im Umfeld, in dem er ausgewildert wurde. „Das zeigt uns, dass Mensch und Tier in Einklang leben können“, freuen sich Melanie Metz und Christiane Schütz und fügen hinzu: „Ein Igel braucht nicht viel, um glücklich zu sein: einen Fleck naturbelassenen Garten mit Insekten, ein bisschen Wasser und ein Gebüsch, in dem er sein Schlafnest bauen kann.“

Igelhilfe ist ein zeitaufwändiges Ehrenamt – ca. eine Halbtagsstelle, schätzen die beiden, die dafür einen Raum in ihrem Haus sowie Überwinterungsplätze im Schuppen eingerichtet haben. An Kosten sind im Jahr 2024 rund 5.500 Euro zzgl. Tierarztkosten angefallen.

Melanie Metz und Christiane Schütz mit Igeldame Lilly, die gerade gesund gepflegt wird.
Foto: Dagmar Kübler