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Nachhaltigkeit beim Kirchenbau in Utting

Die Uttinger Christuskirche erstrahlt in neuem Glanz

Text: Dagmar Kübler und Sigrid Römer-Eisele
Fotos: Sigrid Römer-Eisele

Vier Jahre und vier Monate, nachdem ein Brand die evangelische Christuskirche in Utting in Schutt und Asche gelegt hatte, wurde am zweiten Advent 2025 die neue Kirche geweiht. Fast 100 Jahre alt war der Vorgängerbau gewesen, der mit seiner Bauweise den Charme einer typisch nordischen Kirche versprühte.

In Zeiten sinkender Mitgliederzahlen und zahlreicher Kirchenaustritte ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, dass ein Gotteshaus nicht geschlossen, sondern neu gebaut wird. Umso bemerkenswerter ist der Neubau der Christuskirche – nicht nur als klares Bekenntnis zur Gemeinde vor Ort, sondern auch aufgrund seiner konsequent nachhaltigen Bauweise.

Erhaltene Elemente wie die Betonfundamente unterm Gemeindesaal, die alte Kirchentür oder das Turmkreuz wurden bewusst wieder integriert und schlagen eine Brücke zum Vorgängerbau. Auch das Material knüpft an die Geschichte an: Die neue Kirche wurde erneut aus Holz errichtet und behaglich ausgebaut – allerdings mit den Möglichkeiten moderner Technik. HRW-Vollholzwände aus Roßhaupten im Allgäu kommen ganz ohne Folien, Leim oder zusätzliche Dämmstoffe aus. Für die Isolierung sorgt das Holz selbst, unterstützt durch Luftschlitze in den Wänden. Dank dieses Aufbaus und der hohen Masse bleibt der Innenraum im Winter angenehm warm und im Sommer wohltuend kühl.

Blick vom Gemeindesaal aus in den Kirchenraum. Durch das runde Fenster auf der Ostseite fällt morgens das Sonnenlicht ins Kircheninnere.

So bietet die neue Christuskirche ihrer Gemeinde nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern ist zugleich nachhaltig, langlebig und klimapositiv aus regionalem Holz gebaut. Das gilt auch für die Fassade: Um den Charakter der alten Kirche aufzugreifen, wurden die Holzstämme regionaler Jungfichten von Hand geschepst (mit einem Zugeisen teilentrindet). Unzählige Stunden verbrachten Ehrenamtliche aus der Kirchengemeinde im Wald bei Hohenfurch, um über fünf Kilometer Stangen eine neue lebendige Haut zu verleihen.

Blick auf die Ostfassade der Christuskirche. Schön lässt sich die Struktur und Verarbeitung der Jungfichten-Holzstamm-Fassade erkennen.